Karl-Farkas-Gasse 19, 1030 Wien
Historische Industriearchitektur für anspruchsvolle Nutzung
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Die Rinderhalle, das architektonische Juwel und denkmalgeschützte "Herz" von Neu Marx, soll pulsierendes Zentrum des neuen Stadtteils werden.
1877 beschloss die Stadt Wien, den Wiener Central-Schlachtviehmarkt in St. Marx aus- und teilweise neu zu bauen. Die Rinderhalle, die von 1878 bis 1898 nach den Plänen des Architekten Rudolf Frey errichtet wurde, bildet den zentralen Kern des Stadtentwicklungsgebietes Neu Marx. Das Bauwerk ist die erste Schmiedeeisenkonstruktion Wiens, sie besteht aus zwei dreischiffigen Hallen, welche entlang ihrer Längsachse durch eine überdachte Fahrstraße verbunden sind.
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Bemerkenswert ist die bauliche Entwicklung der Rinderhalle von der Entstehungszeit bis heute. Die Halle wurde im Laufe der Jahre mehrmals verlängert und auch verkürzt, zuletzt 2003 im Zuge des Umbaus der A23 im Bereich der Auf- und Abfahrt St. Marx.
Copyright: Erwin Haiden
Die derzeitigen Hallenausmaße betragen 114 Meter Breite und 175 Meter Länge, die maximale Gebäudehöhe liegt bei 17 Meter. Konstruktiv besteht die Rinderhalle aus genieteten Eisen- Fachwerksrahmen im Abstand von 11,70 Meter. Die Dacheindeckung besteht aus auf dem Fachwerk aufliegenden Sparren mit Holzuntersichtschalung und einer Blecheindeckung. Die aufgelöste Westfassade mit gemauerten Rundbogenportalen ist weitgehend im Originalzustand erhalten geblieben und zeugt von der Bedeutung der Rinderhalle in den Jahrzehnten ihrer Verwendung. Durch das Bundesdenkmalamt wurde die Rinderhalle 1997 unter Schutz gestellt, da das Bauwerk nicht nur konstruktiv, sondern auch typologisch von Bedeutung ist und keine der großen Eisenkonstruktionen aus dem 19. Jahrhundert, mit Ausnahme der Brand geschädigten Sophiensäle, in Wien noch existieren.
Im Herbst 2005 wurde für die Rinderhalle ein Sanierungskonzept für die Generalsanierung des Bestands in enger Zusammenarbeit mit den Behörden der Stadt Wien und dem Bundesdenkmalamt erarbeitet. Über die Wintermonate 2005/2006 erfolgte die europaweite Ausschreibung der Gewerke, sodass mit Frühsommer 2006 mit den Sanierungsmaßnahmen begonnen werden konnte. In der neunmonatigen Bauphase wurden die tragende Fachwerkskonstruktion, das gesamte Dach, die Verglasung und die historische Fassade erneuert. Die Revitalisierung des Gebäudes bildet die Grundlage für die weitere Verwertung des historisch wertvollen Denkmals. Derzeit wird an der Evaluierung der Nachnutzungs-konzepte gearbeitet, welche die Rinderhalle nach dem weiteren Ausbau mit neuem Leben erfüllen sollen.
Heute finden darin temporäre Veranstaltungen und Feste statt. In Zukunft soll sie das pulsierende Zentrum des neuen Stadtteils Neu Marx sein. Geplant ist ein Mix aus Gastronomie, Nahversorgung, Servicebetrieben und Entertainment. Ein entsprechendes Gesamtkonzept ist in Ausarbeitung. Bis 2015 soll die Rinderhalle in mehreren Phasen ausgebaut werden.
Die Rinderhalle als Eventlocation
Eckdaten
Grundstücksgröße: 23.248 Quadratmeter
Nutzfläche: 20.006 Quadratmeter
Geplante Nutzung: Gastronomie, Nahversorgung, Entertainment, Freizeit, Informations- und Kommunikationstechnologie
Erbaut: ca. 1880
Sanierung: Juli 2006 bis April 2007