Historisches

Vom ehemaligen Schlachthofareal zum modernen Wirtschaftsstandort

Im 13. Jahrhundert entstand nahe der heutigen Kreuzung Rennweg/Landstraßer Hauptstraße ein Siechenhaus, um Krankheiten wie etwa die Pest einzuschränken. Das vom Lazarus-Orden geleitete Haus erhielt im 14. Jahrhundert eine Kapelle, die dem heiligen Markus geweiht wurde. Diese gab auch dem Gebiet den Namen (Marks als Verkürzung von Markus).

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St. Marxer Spital um 1724 (Stich von Salomon Kleiner)

Durch die Türkenbelagerungen in Wien fand eine zweimalige Zerstörung mit Wiederaufbau statt, bis schließlich im 18. Jahrhundert die Gegend um das Krankenhaus den Namen St. Marx trug.
Ein  Linienwall wurde 1704  errichtet, der  als Steuergrenze und Mautstelle fungierte.

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Wiener Viehmarkt

1846 wurde in St. Marx mit dem Bau des Schlachthofs Sankt Marx begonnen, 1872 wurde eine eigene Schlachthausbahn errichtet. Es entstand auch die Rinderhalle (heutige Marx Halle), die erste Schmiedeeisenkonstruktion Wiens. Der Schlachthof wurde mehrmals erweitert und war vor allem in der Zwischenkriegszeit bedeutend für die Fleischversorgung von Wien. Von 1968 bis 1975 musste modernisiert werden und so wurde das Fleischzentrum St. Marx errichtet. Ende der 1990er Jahre wurde das Fleischzentrum stillgelegt, nur das Zerlegezentrum blieb bis Dezember 2007 in Betrieb. Dann erfolgte der Abriss.

Ein Relikt aus alter Zeit: das Stiertor

Die mächtigen Skulpturen des denkmalgeschützten Stiertors wurden in den letzten Jahren aufwändig restauriert. Die steinernen Stiere wurden 1883 von Bildhauer Anton Schmidgruber geschaffen. Das Tor ist für FußgängerInnen und RadfahrerInnen offen.

Link zu Film W24 - Neu Marx 2014