Berühmte Namen in Neu Marx

Jeden Tag fährt man denselben Weg in die Arbeit, läuft bei denselben Straßenschildern vorbei, und doch weiß man nicht so genau, wer diese Menschen waren, denen die Straßen und Platze am Standort Neu Marx gewidmet sind. Gut, Karl Farkas und Helmut Qualtinger kennen die meisten, aber wer genau war Marianne Hainisch? Und was genau machte Dr. Bohr so berühmt? Hier ein kleiner Beitrag zum Allgemeinwissen rund um Neu Marx:

Marianne Hainisch (*1839 † 1936), geboren in Baden, war Begründerin und Führerin der österreichischen Frauenbewegung, die sich verstärkt für die Wahlberechtigung von Frauen engagierte. Ihr Sohn Michael Hainisch war von 1920 bis 1928 Bundespräsident der Republik Österreich.

Maria Jacobi (*1910 † 1976) war Gemeinderätin der Stadt Wien (1945-1975) sowie die erste amtsführende Stadträtin für Wohlfahrtswesen (1959-1973). Ihr Anliegen galt vor allem der Reformierung der Betreuung von gefährdeten Jugendlichen und der Schaffung sozialer Einrichtungen, wie der Stadt des Kindes oder diverser Pensionistenklubs.

Hermine Nierlich-Jursa (*1912 † 2000) war Widerstandskämpferin im Zweiten Weltkrieg. Im Dezember 1939 wurde sie wegen „Verbreitung von Hochverrat“ festgenommen. Von 1942 bis zum Ende des Krieges war sie im KZ Ravensbrück in Haft. Danach wurde sie Bildungs- und Frauenreferentin der KPÖ im 3. Bezirk.

Erne Seder (*1925 † 2006), Tochter eines Artistenehepaares, wurde durch ihre Rolle der „Frau Sokol“ in der ORF-Serie „Die liebe Familie“ bekannt. Im zarten Alter von 11 Jahren verfasste die Autorin ihre ersten Gedichte.

Dr. Oskar Bohr (*1858 † 1935) war Arzt und siedelte sich bewusst in den ärmsten Gegenden Wiens an: Arme wurden von ihm gratis behandelt, bei den anderen Patienten orientierte er sein Honorar am Einkommen.

Karl Farkas (*1893 † 1971), einer der berühmtesten Namensgeber, war Schauspieler, Kabarettist, Regisseur und Drehbuchautor. Bekannt wurde der Wiener durch seine Doppelconferencen mit Ernst Waldbrunn und später Maxi Böhm. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Zentralfriedhof.

Prof. Dr. Ottokar Hans Henneberg (*1891 † 1965) lieferte als Rektor der Tierärztlichen Hochschule Wiens bedeutsame Forschungsbeiträge zur Fleischuntersuchung.

Robert Hochner (*1945 † 2001), geboren in Budapest, studierte zwei Jahre lang am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Zunächst arbeitete er als Regieassistent am Theater, 1974 kam er als freier Mitarbeiter zum ORF. Von 1979 bis knapp vor seinem Tod war Robert Hochner Moderator der ZIB 2. Der Journalist prägte durch seine fachliche Kompetenz sowie unparteiische und faire Persönlichkeit nachhaltig die Medienlandschaft Österreichs.

Anton Kuh (*1890 † 1941) war Schriftsteller, Feuilletonist und berühmter Vertreter der Wiener Kaffeehausliteratur. Nach seiner Emigration in die Vereinigten Staaten veröffentlichte Anton Kuh Texte gegen den Nationalsozialismus.

Helmut Qualtinger (*1928 † 1986) ist einer der berühmtesten Kabarettisten und Schauspieler Österreichs. Seine bekannteste Rolle war der „Der Herr Karl“. Qualtinger arbeitete auch als Schriftsteller und Rezitator. Der „Helmut Qualtinger Hof“, ein Gemeindebau in Wien Döbling, war viele Jahre das Zuhause des Schauspielers.

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